Meinung : Neue Arbeitsweise

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Mehr als 90 Prozent der Stimmen, das ist ein Vertrauensvorschuss, den sich der neue FDPGeneralsekretär Dirk Niebel verdienen muss. Da wartet Arbeit auf ihn, und zwar mehr, als ein paar Sätze zu sagen, die wegen rhetorischer Würze zitiert werden. Wichtig ist der Inhalt. Niebel hat aber immerhin ein Thema: Er will die Bundesagentur für Arbeit abschaffen. Das hat er im Bundestag zwar auch schon gesagt, immer wieder, nur ist er mehr oder weniger eine Stimme gewesen. Als Generalsekretär der FDP können seine Worte Programm werden. Da wirkt sein Plan doch ziemlich wild. Aber man muss sich mit ihm befassen, denn es kann ja passieren, dass die FDP mit Niebel im Bund regiert.Drei Säulen also will er: 1. eine Versicherung, die das Arbeitslosengeld auszahlt, 2. eine kleine überregionale Arbeitsagentur, 3. die Berater am Ort, in den Kommunen. Und, wäre das so wild? Ja und nein. Ja, weil es die Zehntausende betrifft, die sich mit dem Thema Arbeit beschäftigen. Eine neue Struktur erschiene nicht nur denen als radikaler Bruch. Nein, weil die bisherige Struktur das Megaproblem nicht so abarbeiten konnte, wie es die verängstigte Gesellschaft braucht. Niebel, früher Arbeitsvermittler, hat Erfahrungen gesammelt, er weiß, wovon er spricht. Er verdient, gehört zu werden. Mehr muss er sich erarbeiten. Ablehnen kann man seinen Plan immer noch. Die FDP auch. cas

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