Neue grüne Fraktionsvorsitzende : Die grüne Merkel

Sie sei vor allem Sozialpolitikerin, sagte Katrin Göring-Eckhardt, um sich von ihrer mittelstandsnahen Konkurrenz nach links abzusetzen. Gemeinsamkeiten hat sie vor allem mit einer anderen Frau: Der Kanzlerin.

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Gewählt: Katrin Göring-Eckhardt und Anton Hofreiter sind die neuen Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Bundestag.
Gewählt: Katrin Göring-Eckhardt und Anton Hofreiter sind die neuen Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Bundestag.Foto: dpa

Die Grünen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Sonst hätten sie es ihren Verantwortlichen angesichts eines im Grunde desaströsen Wahlergebnisses nicht durchgehen lassen, sich überrascht zu zeigen, wie kritisch sie am Ende wahrgenommen wurden. So unter anderem hat es Katrin Göring-Eckardt erklärt, immerhin Spitzenkandidatin der Realos, und es klang gar nicht nach Wahrnehmung der Realität. Eher nach: Ich bin’s nicht gewesen, der Jürgen Trittin war’s. Nur ist der ja abgetreten, als Fraktionschef und bis auf Weiteres. Jetzt ist „KGE“ als Fraktionschefin gewählt, deutlich sogar, was sie allerdings nicht missdeuten sollte. Sie wurde gewählt, weil ihre Gegenkandidatin klargemacht hat, den vielen Linken zu klar, dass sie die mittelständische Wirtschaft für Grünen-Klientel hält. Was wahr ist; doch Kerstin Andreae wollte für diese Klientel besonders da sein. Hier war KGE biegsamer in die andere Richtung. Ihr Satz, dass sie immer vor allem Sozialpolitikerin gewesen sei, ließ genug Raum offen für die Hoffnung, dass sie auch bei Gelegenheit dem Bürgerlichen eine Stimme gibt, und außerdem, dass sie nicht nur die „grüne Merkel“ ist. Obwohl – Göring-Eckardt ist, aufs Ganze gesehen, mehr von Merkel zu eigen, und das kann sie, wird sie im Amt zeigen. cas

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