Neuer Berliner Mietspiegel : Zieht doch in die Platte!

Wer es sich nicht leisten kann, im Zentrum zu wohnen, der soll an den Stadtrand ziehen. So betrachtet, gibt es keinen Mangel an Wohnungen.

Ralf Schönball

Wer es sich nicht leisten kann, im Zentrum zu wohnen, der soll an den Stadtrand ziehen. Richtig billig sind Wohnungen in den unsanierten Platten von Hohenschönhausen. Da findet man schnell was, denn es steht viel leer. Und für Singles gibt es schöne große Wohnungen zu günstigen Preisen. Die sollen also nicht klagen über steigende Mieten für kleine City-Wohnungen, die der neue Mietspiegel meldet. Der Wohnort am Stadtrand hat weitere Vorzüge: Gründen zwei Singles eine Familie, dann müssen sie nicht umziehen. Ist ja Platz genug da draußen. So betrachtet, gibt es keinen Mangel an Wohnungen. Der Markt wird es schon richten. Schön wär’s! Die Realität ist leider: Die soziale Spaltung der Stadt vertieft sich mit der Folge, dass in besonders schlechten Quartieren besonders viele Kinder leben. In diesen Brennpunkten scheitern Lehrer und Bildungspolitik bisher oft – die Zukunft vieler Jugendlicher ganzer Stadtteile ist dann perdu. Irgendwann kommt uns das teuer zu stehen – in Form von Transferleistungen. Eine Wohnungspolitik mit Weitsicht würde das erkennen. Doch davon ist in Berlin wenig zu sehen. Man vertraut auf die Mieten des Marktes. ball

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