Neuer Bundesliga-Spielplan : Fußball wird Fernsehen

Fußball war Volkssport, ist Fernsehsport, jetzt wird er Fernseh-Entertainment. Mit fünf exklusiven Liveübertragungen soll Premiere/Sky endlich mehr Abos bekommen, um aus dem ewigen Minus zu kommen.

Joachim Huber

Ein Spieltag in der Fußball-Bundesliga hat neun Partien. In der vergangenen Saison waren diese Spiele über drei Tage und drei Anstoßzeiten verteilt. In der nächsten Spielzeit wird es komplizierter. Von den sechs Partien am Samstag wird das Spitzenspiel des Tages von 15.30 Uhr auf 18.30 Uhr verlagert, die beiden Sonntagsbegegnungen laufen nicht mehr parallel, sondern hintereinander. Mit dem Zerfleddern eines Spieltages kommt die Deutsche Fußball-Liga ihrem wichtigsten Kunden, dem Bezahlsender Premiere (ab 4. Juli: Sky) entgegen. Der Abo-Sender, der 2009/2010 mehr als 225 Millionen Euro an die Liga überweist, darf sich gar das „Highlight-Spiel“ am Samstag aussuchen. Fußball war Volkssport, ist Fernsehsport, jetzt wird er Fernseh-Entertainment. Mit fünf exklusiven Liveübertragungen soll Premiere/Sky endlich mehr Abos bekommen, um aus dem ewigen Minus zu kommen. Ist es Ironie oder Frechheit, dass gleichzeitig die Abopreise steigen? Der weise Felix Magath hat gesagt: „Bei uns geht es nur ums Geld. Alles andere ist dummes Zeug.“ Und weil das so ist, verwandelt sich der Fußball in Fernsehen. Konsequent und nicht mal in Zeitlupe.

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