Neuer Pentagon-Chef : Andere Krieger

US-Präsident Obama dreht am Personalkarussell und besetzt die wichtigsten Posten in Sachen Sicherheit und Verteidigung neu - aber mit alten Gesichtern. Dabei hat er vor allem ein Ziel vor Augen: Einen möglichst reibungslosen Abzug aus Afghanistan.

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Amerika ist die mächtigste Militärmacht der Erde. Wer Verteidigungsminister, Generalstabschef oder Geheimdienstboss ist, hat weiter reichende Folgen als anderswo. Nun stehen Wechsel an. Pentagon-Chef Bob Gates, den Präsident Obama von Bush übernommen hatte, um Kontinuität im Irak und in Afghanistan zu demonstrieren, wollte seit langem in den Ruhestand. Generalstabschef Mullen geht in Pension. Obama bildet sein „War Team“ neu.

Völlig frei ist er dabei nicht. Er braucht Berater, die Ahnung haben und den Mut, ihm zu widersprechen. Er vermeidet es, kompetente Kandidaten zu übergehen, die „an der Reihe“ sind; das würde eine Welle von Kritik auslösen. Und er behält den sachfremden Aspekt im Auge, dass der Senat Neuernennungen bestätigen muss. Frisches Personal kann die Opposition nutzen, um Obama mit der Ablehnung eins auszuwischen. Wer bereits in anderer Funktion bestätigt war, hat es leichter.

So kommt es zum Verschiebebahnhof: CIA-Chef Leon Panetta wird Verteidigungsminister, der bewährte General David Petraeus CIA-Boss und General James Cartwright Generalstabschef; bisher war er Vize. Das heißt: Weiter so mit alten Gesichtern in neuer Funktion. Sie waren sich nicht immer einig, etwa beim Umfang der Truppenverstärkung in Afghanistan. Unter dem Strich bleibt aber: Mit ihren Erfahrungen aus dem Irak sollen sie die USA ohne Blamage aus Afghanistan herausholen.

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