Neues vom Partygirl : Ausrede ohne Haltbarkeit

Helmut Schümann über eine Frau, die mit erstem Vornamen Partygirl heißt, und mit zweitem wie eine große und schöne und berühmte Stadt in Frankreich.

Helmut Schümann
Helmut SchümannFoto: Kai-Uwe Heinrich

Es gibt ja dieses Persönchen, Sie wissen schon, dieses Persönchen, das im Grunde keiner Erwähnung wert ist. Nein, nein, es geht hier jetzt nicht um Thilo Sarrazin, es geht um diese junge Frau, die mit erstem Vornamen Partygirl heißt, mit zweitem wie eine große und schöne und berühmte Stadt in Frankreich, und als Familiennamen führt sie ein Hotel. Also, sie führt den Namen, nicht das Hotel, sie heißt nur so, gearbeitet hat sie mutmaßlich noch nie in den vergangenen 29 Jahren ihres Lebens. Das Girl mit dem Namen der Stadt in Frankreich ist eine ziemlich unbedeutende Person. Man kann auch sagen, dass sie eine gewaltige Nervensäge ist, ja, in der Liste der weltweit größten Nervensägen nimmt sie einen der vordersten Plätze ein, trotz des schönen Vornamens. Jetzt hat sie auch noch in einer anderen Sammlung reüssiert. Das Girl mit dem Hotel hintendran hat sich eingereiht bei den schönsten, schändlichsten, lustigsten, durchschaubarsten Ausreden der Welt. Sie ist ja gerade verhaftet worden, wieder einmal, diesmal wegen Drogenbesitzes, in ihrer Handtasche fand sich Kokain, das kann in den USA zu vier Jahren Haft führen.

Neben dem Kokain fanden sich in ihrer Handtasche diverse Kosmetika, ein Asthmaspray, Kreditkarten und 1300 Dollar Bargeld. Was man eben so dabei hat, wenn man am Abend mal kurz ausgeht. Nun aber sagt das Girl mit dem Namen der Stadt in Frankreich, dass die Handtasche gar nicht ihre sei, sie habe sie sich nur ausgeborgt, lediglich das Asthmaspray, die Kreditkarten und das Bargeld gehörten ihr, also die angenehmen Dinge des Lebens. Wahrscheinlich borgt man sich in diesem Kreisen alle Nase lang Handtaschen, warum ist allerdings nicht bekannt.

Inhaltlich reicht diese Ausrede natürlich noch nicht an die des großen Ausreders Bill Clinton heran, der seinerzeit nicht inhalierte und auch keinen Sex hatte im Oval Office, aber hübsch und einfallslos ist sie schon. Es gehört zum Wesen der Ausrede, dass ihre Haltbarkeit überschaubar ist. Wird sie mit Inbrunst und großer Überzeugung vorgetragen, kann man von einer noch größeren Überschaubarkeit ausgehen. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ich gebe eine Haarprobe ab“, sagte der Ausreder Christoph Daum, unmittelbar darauf war die Überzeugung der Lüge gewichen und der Fußballtrainer stand ziemlich dumm da. Was nun dieses Persönchen mit dem Namen der Stadt in Frankreich angeht und das Dumm-Dastehen, dazu hätte es dieser Ausrede gar nicht mehr bedurft.Helmut Schümann

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