Meinung : Neuwahlen: Je früher die Wahl - desto älter die Kandidaten

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Die Berliner wollen wählen. Aber wann? Nach den Sommerferien, früher geht es nicht; alles andere ist den meisten Wählern egal. Sie verstehen nicht, worum sich die Parteien jetzt streiten. Der frühe September wäre trotzdem ein schlechter Termin, weil sich dann eingefleischte Briefwähler - und davon gibt es viele in Berlin - die Formulare nach Mallorca oder in den bayerischen Wald nachschicken lassen müssten. Wer tut das schon? Außerdem fahren viele Menschen, die keine Kinder haben, unmittelbar nach den Sommerferien gern in den Urlaub. Eine niedrige Wahlbeteiligung sollte sich Berlin bei dieser Wahl aber nicht erlauben. Ein früher Wahltermin hätte auch einen anderen Nachteil: Die Parteien müssten ihre Kandidaten für das Landesparlament und die Stadtbezirke in den Sommerferien nominieren. Wer aus familiären oder beruflichen Gründen im Juli oder August auf Reisen geht, hätte einen strategischen Nachteil. Er wäre nicht da, wenn die Kungelrunden tagen und die Parteigremien ihre Kandidaten küren. Die Rentner und andere mit großem Beharrungsvermögen könnten dann die Listenplätze unter sich auswürfeln. Lasst uns also im Oktober wählen. Der 7. und auch der 14. fallen auf einen Sonntag.

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