Meinung : Nicht aus der Ursuppe

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Er ist nicht da, beherrscht aber die Gespräche. Die Rede ist nicht vom fiebernden Jürgen Möllemann, dem Erfinder der Strategie 18 und der FDP-Kanzlerkandidatur, sondern von Jamal Karsli, den er für den NRW-Landesverband werben wollte. Der bisherige Grüne, der mit anti-israelischen bis antisemitischen Tönen aufgefallen ist und seither die Partei eines Ignatz Bubis in Verruf zu bringen droht. Die Stichworte sind gefallen auf dem Bundesparteitag. Otto Graf Lambsdorff, der Ehrenvorsitzende, der zuletzt die Entschädigung für Zwangsarbeiter der Nazis verhandelte, hat öffentlich das politisch Korrekte gesagt: dass die FDP mit einem wie Karsli nichts gemein habe. Der Beifall dafür war lang und laut. Aber es gab auch deutlichen Applaus für den Satz, dass Kritik an Israels Politik möglich sein müsse. Also eine Kritik, wie sie Möllemann formuliert hat? Da besteht weiter die Gefahr von Missverständlichkeiten. Die Grenze kann sehr schnell als fließend angesehen werden, wie sich an den Warnungen von Bubis’ Nachfolger Paul Spiegel zeigt. Der Anspruch, eine kleine Volkspartei zu werden, ist falsch verstanden, wenn dafür auch ein paar Prozentpunkte aus brauner Ursuppe in Kauf genommen werden. Er war da, Karsli. Die FDP hat ihn wieder weggeschickt. Immerhin. cas

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