Meinung : Nicht in den Brunnen fallen

Berichterstattung zum Weltkugelbrunnen am Europa-Center

Voll zustimmen möchte ich Herrn Matthies in der Ablehnung des Brunnenabrisses. Den besseren Zugang zum Center kann man auf jeden Fall anders lösen. Auch hat das Center kein Recht, das über das Vorrecht des öffentlichen Platzraums bestimmen könnte. Der Brunnen ist ein Kunstwerk mit Urheberrecht und er ist immer noch etwas ganz Besonderes, das nur von Kulturbanausen in die Wegwerfliste eingeordnet werden kann. Es muss Mittel seitens der Fachbehörden geben, diese Kurzschlussaktion nach etwas mehr Gedankeneinsatz zu verhindern.

Reinhard Hohrmann, Berlin

Die Aussagen des Charlottenburger Baustadtrates Marc Schulte, der Weltkugelbrunnen von Jochen Schmettau sei nicht mehr „zeitgemäß“, lassen einen wirklich verzweifeln. In Berlin und Potsdam werden derzeit preußische Schlösser wiedererrichtet, aber ein 30 Jahre alter Anziehungspunkt für Berliner und Touristen aus aller Welt wird plötzlich infrage gestellt. Wie viele Plätze hat Berlin, die wirklich zum Verweilen einladen? Weder der Alexanderplatz noch der Potsdamer Platz haben diese Qualität. Der Breitscheidplatz hat sie nur wegen des wunderbaren Brunnens. Wie schön wäre es, wenn er an seinem Standort in eine passendere Umgebung eingebunden würde. Wenn es die Anrainer (u. a. Kentucky Fried Chicken, Saturn, Souvenir Shop) sind, die darüber entscheiden, wie mit einem der Wahrzeichen der Stadt umgegangen wird, so bleibt die Hoffnung, dass sie sich den Aussagen der Homepage des Europa-Centers verpflichtet

sehen: „Ein besonders erfrischender

Anblick ist auch der Weltkugelbrunnen

direkt vor dem Einkaufszentrum Europa-Center auf dem Breitscheidplatz.“

Dr. Gisela Beste, Berlin-Charlottenburg

Marc Schulte erachtet den Brunnen auf dem Breitscheidplatz für nicht „zeitgemäß“. Ja, da hat er recht! Der Begasbrunnen vor dem Roten Rathaus, die Neue

Nationalgalerie und die Hufeisensiedlung sind es ebenso nicht. Alle diese Werke sind zeitlos. Der Brunnen hat dem Breitscheidplatz ein neues Leben gegeben, lädt zum Auf- und Innehalten in einer vom Konsum diktierten Umgebung ein. Es gibt Mitbürger, die das nicht ertragen. Erschrocken bin ich über die Gedankenlosigkeit meines dafür verantwortlichen und gewählten Bezirkspolitikers.

Stefan Kaehne, Berlin-Charlottenburg

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