Meinung : Nicht nicht, sondern durchaus

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Wir haben ja oft den Eindruck, dass Politiker einfach reden, was ihnen gerade so in den Kopf kommt. Das ist natürlich falsch. Jedes Wort aus Regierungsmund ist gesichert durch eine Unzahl von Erkenntnissen, beruhend in der Regel auf vielen Referentenentwürfen, in denen auch das Undenkbare gedacht wird. Manchmal gelangt ein Entwurf vor der Zeit an die Öffentlichkeit, dann kann der Politiker jede Kenntnis abstreiten, und der Referent wird nach Ouagadougu versetzt. Bisher war aber völlig unbekannt, dass es noch was unter dem Referentenentwurf gibt: das NonPaper, zu deutsch Nicht-Papier. Es sei üblich, damit zu arbeiten, sagt Peter Altmaier von der CDU, der eines aus dem Finanzminister herauszupressen sucht, weil es ein Beweis für dessen Lügenhaftigkeit sei. Wir stellen uns das so vor: Ein Non-Paper existiert nicht nicht, sondern durchaus. Aber exakt, wenn es gebraucht wird, ist es nie da gewesen. Bzw. es existiert, aber nur in den Köpfen jener, die es unbedingt brauchen, um zu beweisen, dass es existiert... Oder so. Immerhin wissen wir jetzt, was die aufgeblähte deutsche Verwaltung macht: Sie schreibt Non-Papers, ist also gewissermaßen eine Nicht-Verwaltung. Und das, was mit ihrer Hilfe gestaltet wird, ist Nicht-Politik. Es gibt sie. Aber sie zerstört sich innerhalb von fünf Sekunden ganz von selbst.

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