Meinung : Nicht nur ein Pharao

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Der Sieger wird wieder Hosni Mubarak heißen. Mit oder ohne Wahlfälschung. Ein knappes Vierteljahrhundert, rund 24 Jahre, politische Entmündigung und Manipulation hinterlassen ihre Spuren. Doch auch wenn das Ergebnis der ersten Präsidentschaftswahl mit mehreren Kandidaten von vornherein feststand: Ein Lüftchen des Wandels weht durchs Land. So viel Meinungsfreiheit wie in diesem Wahlkampf hat es in Ägypten noch nie gegeben. Die Richter konnten sich in ihrem Zweikampf mit dem Regime teilweise durchsetzen – auch wenn unabhängige Wahlbeobachter erst im Verlauf des Wahltags zugelassen wurden. Damit sind sie praktisch wirkungslos, und es ist zu fürchten, dass am Ergebnis doch wieder manipuliert wird. An solchen Entscheidungen ist das Nebeneinander von altem und neuem Denken besonders gut abzulesen. Die alten Kräfte wollen Transparenz und Demokratisierung verhindern, andere Kräfte und das Ausland drängen die Regierung in die andere Richtung, und am Ende gibt es eine Entscheidung, die wie in diesem Falle keinen Sinn ergibt, bis auf einen: Sie hilft, die eigenen Bürger und das Ausland auf die billigste Art zu täuschen. Trotzdem, bei der Präsidentschaftswahl wurden Präzedenzfälle geschaffen für die Parlamentswahlen. Die sind für November geplant. Und da könnte es dann richtig spannend werden. Wer weiß? Manchmal wird aus einem Hauch ein kräftiger Wind. an

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