Meinung : Nicht nur zur Weihnachtszeit

KRISE DES EINZELHANDELS

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Der Kunde könnte sich freuen, für den Handel bleibt es eine fatale Entwicklung: Die Preise sinken und sinken – und trotzdem kauft niemand. Noch nie hat der deutsche Handel mit so aggressiven Rabatten schon vor dem Fest versucht, die Menschen doch noch zum Kaufen zu bewegen. Es hilft nichts. Die Reformdiskussion hat die Bürger verunsichert, viele fürchten um ihren Arbeitsplatz. Kaum jemand gibt in so einer Situation leichtherzig sein Geld aus. Die Folge: Im Einzelhandel, der in Deutschland schon seit vielen Jahren in der Krise steckt, sind in diesem Jahr noch einmal 30000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Und es gibt kaum Aussicht auf Besserung. Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels erwartet, dass 2004 noch einmal 20000 Stellen wegfallen werden. Die Rabattaktionen machen den Händlern die Gewinne kaputt. Es greift aber zu kurz, die Kaufzurückhaltung allein der Politik und der schlechten Konjunktur anzulasten. Der Handel muss endlich anfangen, sich neue Motivationen zu überlegen, die die Menschen wieder zum Kaufen bewegen. Der Preis darf nicht das einzige Argument sein. Für Qualität und Service wollen immer weniger Kunden Geld ausgeben – nicht nur, weil die Budgets knapp sind, sondern auch, weil der Handel zu wenig dafür wirbt. Wer seinen Weihnachtsbaum im Schaufenster mit Rabattschildern schmückt, statt den Kunden mit einem interessanten Warenangebot zu locken, darf sich nicht wundern, wenn nur auf den Preis geschaut wird. vis

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