Meinung : Nicht ohne Möllemann

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Ein Gespräch, und ein guter Anfang ist gemacht – das ist der Spin, den Guido Westerwelle dem Ergebnis des Treffens führender Freidemokraten mit Vertretern des Zentralrats der Juden geben will. Verständlich ist das schon, nur in der Bewertung zu weitgehend. Denn dass Westerwelle, Wolfgang Gerhardt, Klaus Kinkel und Cornelia Pieper für den Zentralrat persönlich keine Provokation darstellen, auch keine darstellen würden, war von vornherein klar. Das Problem bleibt: Jürgen Möllemann. Die FDP hat gut daran getan, nicht auf seiner Anwesenheit zu bestehen. Hätte sie es auch aus pädagogischen Gründen gewollt, es wäre doch falsch gewesen. Ohne Entschuldigung Möllemanns bei Michel Friedman hätte das Gespräch in noch gespannterer Atmosphäre stattgefunden. Andererseits hat sich Westerwelle nicht so von seinem umstrittenen Vize distanziert, wie es die Gelegenheit anbot. Kein Wunder also, dass Friedman danach zwar eine „Sensibilisierung“ feststellen kann, aber eben auch weiter vor einem Doppelspiel warnt. So lange der Parteichef immer noch fast demonstrativ Möllemann zur Seite steht, ist der Vorbehalt verständlich. Eine gelbe Karte für Möllemann, das wäre ein Anfang gewesen. Und besser, um im Gespräch zu bleiben.cas

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