Meinung : Nicht streikbereit

DIE IG METALL VERLANGT VIER PROZENT MEHR LOHN

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So kleinlaut war die IG Metall zu Beginn einer Tarifrunde noch nie. Der Vorstand hat beschlossen, vier Prozent mehr Lohn und Gehalt zu fordern. Wobei das Wort fordern zu hoch gegriffen ist. Also: Die IG Metall hätte unter dem Strich gern etwas mehr Geld, nur offiziell über die Arbeitszeit reden wolle man nicht, das gehe einfach nicht. Was der sonst so wortgewaltige IGMetall-Chef Jürgen Peters aber wirklich meinte, ist: bloß kein Arbeitskampf. Die Organisation ist nach der gescheiterten Auseinandersetzung um die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland und dem monatelangen Krach um die Besetzung der Spitzenposten nicht streikbereit. Das ist die gute Nachricht. Für eine maßvolle und vernünftige Tarifrunde reicht das nicht. Die schlechte Nachricht ist, dass die andere Seite nichts gegen eine knallharte Runde hat. Wann, wenn nicht jetzt, heißt es im gut gelaunten Arbeitgeberlager. Munter wird hier auf den Nerven der Gewerkschaft herumgetrampelt. Bis zu vierzig Stunden Arbeitszeit müssten drin sein, maximal 1,4 Prozent mehr Lohn könne es geben – weil das ohnehin schon vereinbart ist. 1,4 Prozent müssen die Metaller nämlich für den schon vereinbarten Entgeltrahmentarifvertrag zurücklegen. Nach Tariffrieden sieht das nicht aus – auch wenn die Gewerkschaft ihn diesmal gern hätte. uwe

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