Meinung : Nicht verfrühstücken

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Geben wir es ohne Scham zu: Ja, wir wollen jetzt sofort unser Stück vom großen Kuchen abhaben. Wenn die Bundesagentur für Arbeit in diesem Jahr fast 10 Milliarden Euro Gewinn macht, dann steht uns eine ordentliche Rendite zu, mindestens. Schließlich sind wir ja Arbeitnehmer und Unternehmer, die in den Versicherungstopf einzahlen. Gut, dass es Politiker wie CDU-Generalsekretär Roland Pofalla oder den CDU-Mittelstandsbeauftragten Michael Fuchs gibt, die solche einfachen Zusammenhänge schnell und klar auf den Punkt bringen können. Allerdings: Würden wir – über die bereits für 2007 zugesagte Beitragssenkung hinaus – immer noch nach mehr fetter Rendite rufen, wären wir 55 Jahre alt oder womöglich beinahe ein Jahr schon ohne Jobangebot – nahe dran also an Hartz IV? Die Überschüsse der Nürnberger Agentur resultieren nur zu einem kleinen Teil aus nachhaltig besserer Konjunktur und Jobvermittlung. Größer ist der Teil aus der zeitbegrenzten Arbeitslosengeld-I-Zahlung und der Einmaleffekte. Fakten, die zur Mäßigung Anlass geben. Weil kein guter Unternehmer (auch kein Arbeitnehmer) Geld aus der Kasse nimmt, noch bevor das Geschäft stabil Gewinne abwirft. asi

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