Meinung : Nicht wie in Vietnam

mal

Zwei Erfahrungen prägen das amerikanische Militär. Die eine heißt Vietnam - ein endloser, zermürbender Krieg mit hohen Verlusten, einem Feind, der sich hinter Zivilisten verschanzt, eine Öffentlichkeit, die gegen die eigenen Soldaten protestiert. Die andere Erfahrung heißt Panama - eine schnelle, saubere Eingreifaktion mit Spezialeinheiten, an deren Ende der Übeltäter, General Noriega, gefasst wird. In welche Richtung entwickelt sich der Krieg in Afghanistan? Werden die Meldungen über die ersten getöteten Amerikaner die Stimmung kippen lassen? Die Wahrscheinlichkeit ist gering.

Zum Thema Online Spezial: Terror und die Folgen
Themenschwerpunkte: Gegenschlag - Afghanistan - Bin Laden - Islam - Fahndung
Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags Im Unterschied zu vielen anderen Militäreinsätzen kämpft das Land diesmal nicht aus altruistischen Motiven, sondern weil es angegriffen wurde und sich verteidigen muss. In Vietnam hieß die Alternative zum Krieg kein Krieg. In Afghanistan heißt die Alternative zum Krieg kein Ende des internationalen Terrorismus. Hinzu kommt, dass Osama bin Laden vor allem jene Werte verachtet, die auch unter friedensbewegten Menschen hochgehalten werden: Rede- und Religionsfreiheit, die Emanzipation der Frau und Multikulturalismus. Ihm und den Taliban fehlt jeder revolutionäre Schick. Der Rückhalt für den Kampf gegen sie ist daher ungebrochen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar