Meinung : Nichts für Warmduscher

„Der edle Wilde / Berlin ist voller Menschen, die gekleidet sind wie die Teilnehmer einer Polar-Expedition“

von Moritz Honert vom 21. November

Die Lektüre Ihres Artikels hat mich erbaut und stark gemacht. Wie oft habe ich mich erschreckt – über mich selbst, wenn ich Frau und Sohn gegenüber mich despektierlich über die grassierende Wolfskinitis zwischen den Banktürmen Frankfurts äußerte. Nun las ich Ihren grandiosen Artikel und sehe mich aufs angenehmste exkulpiert. Meinem Sohn gegenüber habe ich mich folgendermaßen eingelassen: Jetzt weißt du, warum ich mich in nietzscheanischer Gefahrenverachtung sieben Mal mit dem Fallschirm aus einer Cessna stürzte. Um lebenslang dem Verdacht entzogen sein zu dürfen, Warmduscher zu sein. Im Ernst: ICH dürfte guten Gewissens eine Wolfskin-Jacke tragen, habe ich doch wahrhaftig der Gefahr ins Auge gesehen und in gefühlter Wahrnehmung mit dem Tode geflirtet (es reichte dann doch nur zu einem Krankenhausaufenthalt nach erlittenem Beinbruch beim 7. Sprung). Die Wolfskinomanie ist die aktuelle Erscheinungsform des Salontirolers.

Sie werden mich NIE in der Jüngerschar der Wolfskin-Gemeinde sehen. überhaupt lehnen Menschen robusteren Zuschnitts das zwirngestützte Designerabenteurertum in Fussgängerzonen ab.

Harald Henn, Mühlheim

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