Nicolas Anelka : "Diese Leute sind echte Clowns"

Er hat das Trikot der französischen Fußball-Nationalmannschaft 69 Mal getragen. Nach dem Eklat bei der WM sieht es ganz danach aus, dass für Nicolas Anelka keine weiteren Einsätze in Diensten der Equipe tricolore dazukommen.

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Nicolas Anelka.
Nicolas Anelka.Foto: AFP

Der Stürmer vom Londoner Verein Chelsea muss für seinen verbalen Ausfall im südafrikanischen Polokwane büßen, wo er während der WM den damaligen französischen Nationaltrainer, Raymond Domenech, wüst beschimpfte. Die Disziplinarkommission des französischen Fußballverbandes FFF sperrte ihn für 18 Länderspiele.

Dass er anschließend im Jahr 2012 wieder für die Nationalelf antreten wird, schloss Anelka schon unmittelbar nach dem harten Verdikt der Disziplinarkommission aus. Er habe mit der Nationalelf abgeschlossen, sagte er der Pariser Zeitung „France Soir“. „Diese Leute sind echte Clowns“, fügte Anelka mit Blick auf die Fußballfunktionäre hinzu. Damit wurde das „Kind aus Trappes“, dessen aus dem französischen Überseedépartement Martinique stammende Eltern 1974 in die Nähe von Paris gezogen waren, wieder seinem Ruf als Enfant terrible gerecht.

So endet für den 31-Jährigen das Kapitel der französischen Nationalelf, das einer Achterbahnfahrt gleicht. 1998, unmittelbar vor der WM im eigenen Land, war Anelka vom damaligen Coach Aimé Jacquet in letzter Minute wieder ausgemustert worden – und musste den Titelgewinn der Equipe tricolore als Zuschauer verfolgen. Als Frankreich zwei Jahre später obendrein noch Europameister wurde, war er dann zwar dabei, blieb allerdings im Schatten seiner Mitspieler Henry, Trézéguet und Wiltord. Auch wenn er sich immer wieder mit den unterschiedlichen Trainern der „Blauen“ anlegte, ließ Anelka doch phasenweise seinen Wert für das Nationalteam erkennen – zuletzt mit entscheidenden Treffern bei der Qualifikation für die WM die Südafrika.

Trotzdem kam es dort zum Eklat mit Nationaltrainer Domenech, als die Elf um Kapitän Patrice Evra unter den Augen einer enttäuschten französischen Fußballnation auf ein Aus in der Vorrunde zusteuerte. Es sei nie sein Lebensziel gewesen, eine Weltmeisterschaft für die „Blauen“ zu bestreiten, hatte Anelka seine Landsleute bereits im Mai wissen lassen. Und nach der Bekanntgabe der Suspendierung höhnte der Offensivspieler, der zu den Topverdienern im englischen Fußball gehört, dass er ja ohnehin jedes Wochenende das blaue Trikot trage – das des FC Chelsea nämlich.

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