Nicolas Berggruen und Karstadt : Ein klarer Fall

Was haben Nicolas Berggruen und Nick Reilly gemeinsam? Beide haben mit Rainer Brüderle telefoniert. Und beiden gab der Wirtschaftsminister einen Korb: Staatshilfe bekommt weder der Karstadt-Investor noch der Opel-Chef. 25 000 Arbeitsplätze hin oder her – Brüderle bleibt ordnungspolitisch sauber. Dass es in dem einen Fall (Opel) um milliardenschwere Kreditbürgschaften ging, also im Zweifel um Steuergeld, und im anderen nur um eine Vermittlertätigkeit der Politik, spielt keine Rolle. Zu frisch weht noch der politische Rückenwind, den Brüderle bei Opel genoss, um davon nicht in diesen Sommertagen noch einmal zu profitieren. Weil der FDP-Minister Hilfe ablehnte, zog GM frustriert alle Anträge auf staatliche Bürgschaften zurück. Doch das „Nein“ für Berggruen war billig zu haben. Während man bei Opel über das Für und Wider einer Unterstützung streiten konnte, ist der Karstadt-Fall klar. Ein Investor, der eigene Milliarden einsetzt, kann sich nicht mit Banken einigen, die – verletzte Egos – im Bieterverfahren den Kürzeren zogen. Was soll Brüderle da richten? Gewiss, es geht um Arbeitsplätze. Aber bevor die zur Disposition stehen, ist Verhandlungsgeschick gefordert. Das Pokern muss aufhören, klagt Berggruen. Vielleicht braucht der Feingeist nur eine stärkere Hand. mot

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