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Nobelpreis für Obama : Lust und Last des Lorbeers

Der Friedensnobelpreis setzt Barack Obama einem Zwiespalt aus. In den USA hält sich die Begeisterung in Grenzen. Unser Washington-Korrespondent Christoph von Marschall kommentiert die Auszeichnung für den US-Präsidenten.

Christoph von Marschall
Obama
US-Präsident und Friedensnobelpreisträger: Barack Obama. -Foto: dpa

Unverhofft kommt oft. Vor einer Woche war Barack Obama eigens nach Kopenhagen gereist und hatte sein persönliches Gewicht in die Waagschale geworfen, um internationalen Rückhalt für einen Herzenswunsch zu gewinnen. Doch bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2016 war seine Heimatstadt Chicago schon nach der ersten Runde aus dem Rennen. Hatten Präsident und First Lady die Aura und den Einfluss ihres Auftretens überschätzt? Nun fällt ihm völlig überraschend der Friedensnobelpreis in den Schoß – ohne dass er sich darum bemüht hätte.

Politik ist ein äußerst wechselhaftes Geschäft. Selbst bei einem so mächtigen Mann wie dem US-Präsidenten hängt Erfolg oder Misserfolg nicht allein von seinen Handlungen und seinem guten Willen ab. Deshalb führt die erste Frage, die viele stellen – hat er sich diese Auszeichnung überhaupt schon verdient? – sofort zur nächsten: Was hat sich das Preiskomitee gedacht, und geht es mit seiner Entscheidung nicht ein hohes Risiko ein?

Das Erstaunen ist jedenfalls groß, mancherorts ist sogar Unverständnis zu hören. Die Wahl Obamas fällt aus dem traditionellen Rahmen. Er wird nicht für eine unverrückbare historische Leistung geehrt wie so viele vor ihm. In seinem Fall sind es Vorschusslorbeeren. Er ist noch nicht einmal neun Monate im Amt. In der kurzen Zeit kann kein Präsident Wunder in der Weltpolitik vollbringen. In den ersten Monaten war er wie jeder neue Herr im Weißen Haus vor allem damit beschäftigt, seine Regierung zusammenzustellen und die Kandidaten durch die Anhörungen im Kongress zu bringen. Er musste zudem die US-Wirtschaft davor bewahren, in die schlimmste Rezession seit 70 Jahren zu stürzen. Für die Rettung des Weltfriedens blieb ihm wenig Zeit.

Er habe das internationale Klima so rasch zum Besseren gewendet wie kaum ein Politiker vor ihm, lobt das Komitee. Das ist wahr. Mit seinen Reden hat er den Blick der Welt auf die USA verändert. Das liegt auch am Kontrast zu George W. Bush. Der wird diese frühe Würdigung seines Nachfolgers wie eine Ohrfeige empfinden. Seit der Amtseinführung am 20. Januar hat Obama konsequent einen neuen Ton gesetzt: Amerika sei seiner internationalen Verantwortung nicht immer gerecht geworden und habe selbst die Werte missachtet, die es predige. In seiner Rede in Kairo hat er seinen Willen zur Verständigung mit der muslimischen Welt bekräftigt. Und er möchte die atomare Abrüstung voranbringen, nachdem es längere Zeit kaum Fortschritte gegeben hatte.

Von guten Absichten zu vollbrachten Taten ist es freilich ein langer Weg. Das Nobelpreiskomitee geht mit dieser Auszeichnung eine Wette auf die Zukunft ein. Es setzt Obama unter zusätzlichen Druck, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Ob er zu dem erhofften Friedenspräsidenten werden kann, liegt nicht allein an ihm. Im Gegensatz zu Bush ist er bereit, mit Teheran direkt über das iranische Atomprogramm zu verhandeln. Aber auch er behält sich Militärschläge als letzte Option vor, falls die Mullahs ihn hinhalten. Er investiert Zeit und politisches Kapital in den Friedensprozess im Nahen Osten. Erfolg ernten wird er jedoch nur, wenn Israelis und Palästinenser zu den nötigen Kompromissen bereit sind. Aus dem Irak zieht er Truppen ab, aber in Afghanistan (und Pakistan) rüstet Obama auf, und erst nach Jahren wird man beurteilen können, ob das Friedenspolitik war. Nur beim Abbau von Atomwaffen mit Russland winkt ihm ein relativ sicherer Erfolg.

Die Auszeichnung setzt ihn einem Zwiespalt aus. In den USA hält sich die Begeisterung in Grenzen. Das Nasa-Experiment am Mond war für das Fernsehen am Freitag das größere Thema. Republikaner testen gar, ob der Preis als Munition gegen Obama taugt: Wer so sehr Liebling des Auslands sei, vernachlässige womöglich US-Interessen. Die Erwartungen der Welt sind übergroß, im Inland regt sich Misstrauen, und die Frage, ob die Ehrung berechtigt ist, bleibt wohl auf Jahre offen. Dieser Preis kann noch zur Bürde werden. Man muss Obama Erfolg wünschen, nicht ihm zu Liebe, sondern weil es besser für die Welt wäre, wenn er sich als Friedenspräsident erwiese.

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