Nordkoreas Diktator : Kim Jong Un: "Vorwärts bis zum finalen Sieg"

Nordkoreas Diktator Kimg Jon Un ist neuerdings häufig mit einer rätselhaften Frau an seiner Seite zu sehen. Doch auch die Politik des jungen Führers bleibt rätselhaft.

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Nordkoreas junger Diktator Kim Jong Un (r.).
Nordkoreas junger Diktator Kim Jong Un (r.).Foto: dapd

Am Sonntag hat sich das Paar wieder gezeigt. Das nordkoreanische Staatsfernsehen sandte Bilder aus einem Kindergarten in Pjöngjang, auf denen neben Nordkoreas jungem Diktator Kim Jong Un erneut jene Frau steht, über die schon länger gerätselt wird. Sie wirkt elegant, trägt kurze Haare und ein gelbes Kostüm mit weißen Punkten, dazu eine weiße Jacke. Zuletzt fragten sich die Nordkorea-Experten, ob es sich bei ihr um Kim Jong Uns Schwester, Freundin oder Frau handelte.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap glaubt, die Lösung zu kennen: „Rätselhafte Frau an Kim Jong Uns Seite ist höchstwahrscheinlich seine Ehefrau“, meldete sie am Sonntag. Seit die beiden am 6. Juli ein viel beachtetes Konzert besuchten, in dem auch Mickey Maus auftrat, war über sie spekuliert worden. Nun sagt ein südkoreanischer Diplomat: „Aus protokollarischen Gesichtspunkten wie der Platz der Frau und die Tischordnung, ist sie höchstwahrscheinlich seine Frau.“

Über die persönlichen Lebensumstände Kim Jong Uns, der seinem im Dezember verstorbenen Vater Kim Jong Il nachgefolgt war, ist sehr wenig bekannt. Sogar über sein Alter wird gerätselt, er dürfte 28 oder 29 Jahre alt sein. Die Propaganda hatte sein Geburtsdatum um mindestens ein Jahr nach vorne verlegt, um ihn älter und damit geeigneter erscheinen zu lassen. Aus dem gleichen Grund dürfte nun eine Frau an seiner Seite stehen, schreibt die von nordkoreanischen Flüchtlingen betriebene Webseite „Daily NK“: „Ihn von seiner Frau begleiten zu lassen, kann ihn staatsmännischer wirken lassen.“

Ebenso rätselhaft bleibt auch die Politik des jungen Führers. Einerseits führt Kim Jong Un die „Militär-zuerst“-Politik seines Vaters fort und provoziert die Welt mit einem fehlgeschlagenen Raketenstart. Andererseits ließ er neulich Mickey Maus und Minnie Maus in Pjöngjang über die Bühne tanzen. Beobachter werten das Konzert, in dem noch weitere kulturelle Produkte aus dem Land des imperialistischen Erzfeindes zu sehen und zu hören waren, als Modernisierungsversuch. Kim Jong Un solle als Veränderer dargestellt werden, schreibt „Daily NK“. Vieles aber bleibt in Nordkorea gleich. So benutzte die Propaganda seinen letzten Satz bei der Rede zum 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung, um eine Hymne auf ihn zu dichten. „Vorwärts bis zum finalen Sieg“, heißt sie und wird nun mehrmals am Tag in den Staatsmedien gespielt.

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