Meinung : Nouvelle Cuisine

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Fast sechs Jahre lang hat die Europäische Union durchgehalten. Obwohl die USA vor der Welthandelsorganisation gegen das EUMoratorium für genveränderte Lebensmittel geklagt hatten, ließ die EU keines der umstrittenen Nahrungsmittel zu. Der Grund: Die EU-Staaten waren in dieser Frage einfach heillos zerstritten. Nun hat die EU-Kommission dem Druck nachgegeben. Schwer ist das dem zuständigen Verbraucherkommissar, David Byrne, nicht gefallen, obwohl in Umfragen 70 Prozent der europäischen Verbraucher Gen-Food ablehnen. Byrne hielt es dennoch für vertretbar, Fütterungsversuche mit einem Bt- Mais – er enthält eine Gen-Sequenz des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis – einfach auf den nun zugelassenen Gemüsemais zu übertragen. Es war klar, dass die EU nicht ewig blockieren konnte. Und zumindest eine Kennzeichnungspflicht für genveränderte Nahrungsmittel gilt EU-weit seit dem 18. April. Allerdings hat sich die EU darum gedrückt, Regeln zur so genannten Koexistenz zu erlassen. Jeder Mitgliedstaat soll selbst entscheiden, wie er verhindern will, dass die Gensaaten sich über alle Äcker – auch die von Biobauern – ausdehnen. Bisher hat noch kein EU-Staat dafür ein gültiges Gesetz. Die EU hat den Verbrauchern Wahlfreiheit versprochen. Doch wenn sie nicht garantieren kann, dass es auch künftig eine gentechnikfreie Landwirtschaft gibt, kann von Wahlfreiheit nicht die Rede sein. Solange die EU die gentechnikfreie Produktion nicht schützen kann, sollte sie auf die Zulassung von Gen-Food verzichten. deh

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