Meinung : Nur der Starke ist ein Partner

DJUKANOVIC-REGIERUNG GEWINNT IN MONTENEGRO

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Das kleine Montenegro hat seinem Präsidenten Milo Djukanovic abermals den Rücken gestärkt – wie schon im Frühjahr bei den Kommunalwahlen. Dabei musste der Unabhängigkeitsbefürworter schon damals befürchten, dass die Wähler der jugoslawischen Teilrepublik ihn wegen Zugeständnissen an die Europäische Union abstrafen würden. Hatte sich Djukanovic doch dem Druck aus Brüssel gebeugt und die Volksabstimmung über die Unabhängigkeit der MiniRepublik für drei Jahre aufgeschoben. Aber offenbar ist der Kompromiss mit der EU, zuerst an einem neuen Staatenbund mit Serbien mitzuwirken, auch für die Mehrheit der Montenegriner akzeptabel. Schließlich ist die Bevölkerung seit Jahren in der Frage gespalten, ob die Zukunft in der Selbstständigkeit oder im Zusammengehen mit Belgrad liegt. Mit einem nun erneut gestärkten Djukanovic über den Charakter des neuen Staates einig zu werden, dürfte für Serbien nicht einfacher werden. Steht Montenegros Wunsch nach möglichst viel Autonomie doch den Wünschen Belgrads nach Bevormundung völlig entgegen. Vor den Präsidentenwahlen im Dezember will Djukanovic in dieser Frage vermutlich noch weiter an Profil gewinnen. Ein wirklicher Herausforderer ist ohnehin nicht in Sicht. gem

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