Meinung : Nur die Heimat ist ein sicherer Ort

hmt

Am 22. Dezember schon wird die Übergangsregierung die Macht in Kabul übernehmen. Aber bis Dienstagnachmittag hatte der UN-Sicherheitsrat noch immer keinen Beschluss zur Internationalen Militärmission gefasst. Dabei soll das Ziel der Friedenstruppe sein, den Übergang von der Anarchie zu geordneten Verhältnissen abzusichern. Aus zwei Gründen stockt die Mission: Der Westen streitet darüber, ob US-Soldaten und Friedenstruppe parallel arbeiten sollen. Und die Nordallianz will keine Macht preisgeben und sperrt sich dagegen, dass die UN-Truppe mächtig genug wird, um ihren Auftrag erfüllen zu können. Für die staunenden Deutschen ist das lehrreich: Lange Jahre haben sie über die Beteiligung der Bundeswehr an internationalen Einsätzen gestritten. Aber wie harmlos war diese Debatte im Vergleich zu diesem zugleich internationalen wie innerafghanischen Interessenkonflikt! Da die Heimatfront befriedet ist, wird der Blick endlich frei für die Gefährlichkeit der Welt. Ein begrenztes Risiko ist dennoch kaum zu umgehen: Dorthin, wo schon Ordnung herrscht, braucht man keine Friedenstruppe in Marsch setzen - auch keine deutsche.

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