Meinung : Nur kein Dschungel

TOTE IN TIKRIT

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Saddam Hussein ist vier Monate nach dem Ende seines Regimes noch immer unauffindbar. Ein Indiz, dass zumindest manche dieses lang gequälten Volkes ihm weiterhin Unterschlupf bieten. Die Iraker haben den Amerikanern beim Einmarsch nicht zugejubelt, und bis heute ist die Skepsis gegenüber den neuen Machthabern nicht gewichen. Bei allem amerikanischen Interesse, über das so viel geredet wurde: Es liegt vor allem in dem der Iraker, dass ihr Land wieder auf die Beine kommt. Dass es nicht zu einem vietnamesischen Dschungel verkommt, durch den verunsicherte USSoldaten ziehen. Oder zum Sammelbecken für islamistische Terroristen, die das Land als Kampffront gegen Amerika – und alle ungläubigen arabischen Staaten – betrachten. Der Anschlag auf die jordanische Botschaft in Bagdad und auch die Attacke der Amerikaner auf angebliche Waffenhändler in Tikrit zeigen, dass der Irak noch lange kein befriedetes Gebiet ist – und schon gar nicht die Heimatstadt des Diktators. US-Außenminister Powell hatte eine größere Zurückhaltung der Armee angekündigt. Danach sieht es im Moment nicht aus. Richtig wäre es dennoch, wenn die Amerikaner nun stärker auf einheimische Sicherheitskräfte vertrauten. Und die in ihrem eigenen Land für Ordnung sorgten. mos

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