Meinung : Nur unter Druck

IRAK WILL DIFFERENZEN MIT UN AUSRÄUMEN

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Eine Springprozession ist nicht die schnellste Art, von A nach B zu kommen. Aber darauf kommt es dem Irak auch nicht an. Zeit verzögern, das versuchte Saddam Hussein in Sachen UN-Inspekteure stets. Und so gehen die Verhandlungen mit den UN weiter nach dem Motto: Zwei vor, einen zurück. Noch in einem Brief an den obersten UN-Waffeninspekteur Hans Blix am Donnerstag baute der Irak neue Hürden auf. Doch nach der deutlichen Ermächtigung des US-Kongresses für Bushs Kriegspläne gibt Bagdad sich nun wieder handzahm: war nicht so gemeint. Man sei bereit, alle Differenzen mit den UN auszuräumen. Doch zu den Kernpunkten sagt auch der neue Brief an Blix wenig. Es wird nicht zugesagt, dass die Inspekteure als „Präsidentenpaläste“ titulierte Industrieareale besuchen können. Auch, dass die Kontrolleure jederzeit an jedem Ort im Irak auftauchen dürfen, will Saddam nicht zubilligen. Trotz konziliantem Ton macht der Diktator das, womit zu rechnen war: Nur unter größtem Druck gibt er Stück für Stück nach. Diesen Druck aufrechtzuerhalten, gar zu erhöhen, bleibt der einzige Weg zu wirksamen Waffenkontrollen im Irak. Der einzige Weg auch, um einen Alleingang der USA zu verhindern. Dann käme auch die Springprozession am Ende zum Ziel. clw

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