Meinung : Nur Zufall

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Es gibt in Deutschland Rechte und Linke, Bayern und Niedersachsen, Studenten und Sonderschüler, Junge und Alte, die mit Drogen dealen. Und es gibt farbige Asylbewerber, die mit Drogen dealen. Da beginnt ein Problem: Der farbige Dealer ist in der rassistischen Propaganda die Verkörperung des Bösen, das "die Ausländer" in unser sauberes Land bringen. Er ist Inbegriff des Giftes, gegen das die Deutschen sich schützen müssen. Deshalb reden Liberale nicht gerne darüber, dass es hier und da wirklich dealende farbige Asylbewerber gibt. So viel zum Allgemeinen. Das Konkrete ist noch komplizierter: Die "Internationale Liga für Menschenrechte" hat die "Brandenburger Flüchtlingsinitiative" ausgezeichnet. Den Preis nahm ein farbiger Asylbewerber entgegen, der wegen Drogendealerei verurteilt worden ist. Für die Rechtsextremen ist das Weihnachten und Ostern zusammen: farbiger Dealer plus Anti-Rechts-Hysteriker, da fallen zwei Feindbilder in eins. Die "Liga" verteidigt sich: Man recherchiere das Vorleben der Preisträger nicht vorher. Das klingt kläglich, ist aber richtig: Soll die "Liga" im Ernst bevor sie einem Farbigen einen Preis überreicht, republikweit bei allen Staatsanwaltschaften anfragen, ob vielleicht was vorliegt? Kaum. Diese Geschichte ist peinlich, aber nicht symptomatisch, sie ist Zufall, Pech. Stimmt schon: keine brillante Erklärung. Aber es gibt keine bessere.

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