OECD-Bericht : Schon was gelernt

Mag das Mäkeln der OECD berechtigt sein: Die gutgemeinte Veränderung von Schulstrukturen ist sinnlos, wenn die Pädagogen dafür gar nicht ausgebildet sind.

Anja Kühne

Schon wieder mäkelt eine internationale Organisation am deutschen Schulwesen herum. Vor zwei Jahren haben die UN das mehrgliedrige System als „diskriminierend“ angeprangert. Jetzt stößt die OECD ins gleiche Horn – allerdings längst nicht so laut. Sie verlangt nicht die Abschaffung des Gymnasiums, sondern plädiert nur dafür, Hauptschülern den Aufstieg in die Realschule zu erleichtern. Das geschieht bereits: Haupt- und Realschulen wachsen zusammen. Umstrittener dürfte die OECD-Forderung nach späterer Aufteilung auf die Schulformen sein. Viele Berliner Eltern meinen, dass Kinder in Klasse 5 und 6 auf dem Gymnasium mehr lernen – eine neue Studie bestätigt diese Wahrnehmung. Denn die Grundschullehrer beherrschen den Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft zwar besser als ihre Kollegen am Gymnasium, wie Pisa und Iglu gezeigt haben. Aber eben nicht gut genug. Mag der Wunsch der OECD nach späterer Aufteilung also im Grunde berechtigt sein: Die gutgemeinte Veränderung von Schulstrukturen ist sinnlos, wenn die Pädagogen dafür gar nicht ausgebildet sind. akü

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