OECD und Studiengebühren : Zu viel verlangt

Die OECD drängt auf Studiengebühren in Deutschland. Doch das ist nur etwas für robuste Bildungsnationen. Hierzulande dominieren die Mimosen.

Angela Merkels „Bildungsrepublik“ wird bewohnt von Mimosen. Bei jedem Windchen, das ihnen bei ihren Bildungsanstrengungen ins Gesicht bläst, krümmen sie sich verängstigt zusammen. Schlechte Nachrichten über die Konjunktur? Schon fährt die Wirtschaft ihre Weiterbildungsprogramme zurück, dämpfen Politiker die Erwartungen an den geplanten Bildungsgipfel. Studienplätze im Westen werden knapp? Schon entscheiden sich Abiturienten lieber für eine Lehre, anstatt im Osten zu studieren. Der Wunsch, die Wirtschaftskraft durch Bildung zu stärken und sich selbst durch Bildung weiter voranzubringen, ist hierzulande nur ein zartes Pflänzchen. Eben deshalb ist es heikel, wenn die OECD jetzt auf Studiengebühren in Deutschland drängt. Studiengebühren sind etwas für robuste Bildungsnationen, in denen kein attraktives duales System den Hochschulen Konkurrenz bei Abiturienten macht. Deutschlands Schulabgänger hingegen müssen umworben werden, will man sie für ein Studium gewinnen: nämlich indem der Kreis der Bafög-Geförderten deutlich erweitert wird, die Wirtschaft mit zusätzlichen Stipendien lockt. Aber dazu sind Politik und Wirtschaft ja zu mimosenhaft. akü

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