Öffentlicher Dienst : Verkauft

Die Lehrer sind verkauft worden. Oder haben sich die Gewerkschaften ihre Zustimmung zum Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder abkaufen lassen? Fakt ist: Wieder einmal endet eine Tarifrunde ohne eine Regelung über die Eingruppierung der Lehrer, und wieder gibt es für die Beschäftigten insgesamt eine ordentliche Gehaltserhöhung. Alles so wie in der Tarifrunde 2011. Doch diesmal waren die Voraussetzungen andere, zehntausende Lehrkräfte hatten in den vergangenen Wochen vor allem in Ostdeutschland, wo sie zum Teil deutlich schlechter bezahlt werden als im Westen, für eine einheitliche Eingruppierung gestreikt; auch in Berlin fiel reichlich Unterricht aus. Alles umsonst. Die Arbeitgeber haben den Gewerkschaften den Zahn gezogen, indem sie anderthalb Tage lang vor allem über die Lehrer verhandelt haben, sich dann plötzlich auf die Position von 2011 zurückzogen und gleichzeitig anderen Forderungen nachgaben. Verdi, die Polizistengewerkschaft und der Beamtenbund sind zufrieden, die GEW fühlt sich gedemütigt. Tatsächlich haben vor allem die Lehrer in den vergangenen Wochen gestreikt und die ordentliche Prozentzahl, von der jetzt alle profitieren, ermöglicht. Und nun? Über kurz oder lang wird es eine einheitliche Entgeltordnung geben müssen – oder es gibt nicht mehr genügend gute Lehrer im Osten. alf

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