Meinung : Ohne Anstrengung geht es nicht

„Deutsche haben Nachhilfe nötig“

vom 9. Oktober

Die Überschrift ist falsch! Es geht um Einwohner in Deutschland – ein großer Unterschied! Der Tagesspiegel geht einer der inflationären, nur bedingt aussagekräftigen OECD-Studie auf den Leim! Was besagt eigentlich ein anderthalbstündiger Test mit ca. 5000 Einwohnern? Die OECD propagiert die Einheitsschule, die uferlose Erhöhung der Abiturientenquote mit weiterem Niveauverlust, qualifiziert die gute berufliche Bildung ab. Menschen sind unterschiedlich, auch unterschiedlich begabt/leistungsbereit. Weil nicht alle das gleiche Ziel erreichen, ist unser Bildungssystem angeblich ungerecht. Fakt ist: Wir haben ein durchlässiges und breit gefächertes (Aus-)Bildungswesen, aber ganz ohne Leistungswillen und Anstrengung geht es nicht. Die OECD vergleicht Länder mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen. Japan, Südkorea, Länder mit Drillsystemen in Schule und auf dem Arbeitsmarkt – wollen wir das? Finnland, ein Land fast ohne Migranten (jedoch hoher Arbeitslosigkeit). Das Entscheidende wird ausgeklammert: Wenn sog. Bildungsferne hier dank eines weltweit einmaligen Sozialsystems alles vom Staat ohne Gegenleistung bekommen, ist deren Einsicht nicht zwingend, sich für Bildung, den eigenen Lebensunterhalt anstrengen zu sollen. „Das Geld kommt doch vom Amt“, ein besonders in Berlin geflügelter Satz! Darüber haben weder die Bildungsforscher der OECD noch der Tagesspiegel nachgedacht! Hier wäre Nachhilfe nötig!

Dr. iur. Gabriele Wurzel, Wachtberg

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