Opec-Gipfel : Sind so laute Sprüche

Zwei Männer, ein Stil: Mahmud Ahmadinedschad und Hugo Chavez nutzen jede Bühne für ungehobelte Attacken gegen den Westen – vor allem gegen die USA.

 Das Erdölkartell Opec bietet den Machthabern Irans und Venezuelas einen scheinbar wirkungsvollen Rahmen für ihre Tiraden. Ihr Ziel, die USA um jeden Preis zu schwächen, lässt sich mit der Warnung verknüpfen, die Opec könne die westliche Wirtschaft mit höheren Ölpreisen quasi jederzeit an den Abgrund drängen. Doch die Drohung der Diktatoren steht auf tönernen Füßen. Zwar schwächt ein höherer Ölpreis das Wachstum der Industrieländer, weil die Verbraucher mehr Geld für Treibstoff ausgeben müssen – Geld, das dem heimischen Konsum fehlt. Doch ob sich Ahmadinedschad und Chavez innerhalb der Opec durchsetzen können, ist ungewiss. Führende Opec-Länder wie Saudi-Arabien haben erkannt, dass sie sich mit dem Westen arrangieren müssen. Ihre Petrodollar legen sie in dortigen Unternehmen an. Die für den Strukturwandel nötigen Mega-Projekte bei sich werden sie ohne Unterstützung aus dem Westen nicht stemmen. Zudem vergrätzte die Opec mit einer aggressiven Linie auch die neuen Wirtschaftsmächte Indien und China. Der Ölpreis könnte weiter steigen. Doch der Einfluss Irans und Venezuelas wächst deshalb nicht so stark, wie es sich deren Führer wünschen.nso

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