Opel und General Motors : Etwas Staat muss sein

Was denn nun? Der deutsche Wirtschaftsminister zeigt in Richtung USA, wenn es um Opel geht. Denn in Detroit sitzt die Opel-Mutter General Motors, und die müsse schließlich entscheiden, wie es mit Opel weitergeht, meint Karl-Theodor zu Guttenberg.

 Ob Opel also bei Fiat, bei Magna oder einem anderen Investor landet. GM-Chef Fritz Henderson spielt den Ball nun zurück. Opel brauche dringend staatliche Hilfen, und daher werde man einen Opel-Verkauf in enger Abstimmung mit der deutschen Regierung vornehmen. Die Ansage wirkt hoffentlich und hilft der deutschen Seite, ihre Rolle überzeugender zu spielen als bislang. Die Orientierung an den USA kann dabei nützen; aber nicht an Detroit, sondern an Washington. Nach dem Konkurs von Chrysler wird in den kommenden Wochen GM folgen. Unter den Bedingungen der US-Regierung werden zwei der ehemals „Big Three“ neu aufgestellt. Faktisch haben die Amerikaner dann den größten Teil ihrer Autoindustrie verstaatlicht, um zu retten, was zu retten ist. So weit sind die Deutschen nicht. Es muss auch nicht so weit kommen. Doch bevor in schädlicher Hektik ein Investor den Zuschlag bekommt und die Bedingungen diktiert, ist ein befristetes staatliches Engagement bei Opel vernünftig. Da inzwischen ein Treuhand-Modell mit der bundeseigenen KfW diskutiert wird, scheint das auch der Wirtschaftsminister begriffen zu haben. alf

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