Opel und General Motors : Hilfe zur Selbsthilfe

Eine flankierende Kreditbürgschaft für Opel bleibt sinnvoll - trotz der Krise von General Motors.

Henrik Mortsiefer

Von Opel hängen in Deutschland 75.000 Arbeitsplätze ab. 700 Zulieferfirmen sind auf den Autobauer angewiesen. Die Tochter von General Motors (GM) baut – verglichen mit anderen Modellen des US-Konzerns – effiziente Autos. Sind dies gute Gründe, um Opel mit Steuergeld zu stützen, obwohl die US-Regierung GM ebenfalls mit Milliarden hilft? Müssten die Deutschen jetzt nicht die Verantwortung an die Autofürsten in Detroit zurückgeben, nach dem Motto: Bezahlt selbst für die Fehler, die ihr gemacht habt? – Nein. Eine flankierende Kreditbürgschaft für Opel bleibt sinnvoll. Das Opel-Management trägt keine Schuld an den Versäumnissen der GM-Chefs, die die Zeichen der Zeit zu spät erkannt haben. Opel ist ein – leider isolierter – Innovationstreiber im GM-Verbund und braucht Rückendeckung für sein tragfähiges Geschäftsmodell. Um dies, und nur dies, sicherzustellen, sollten strenge Auflagen gelten. Wenn Geld fließt, darf es nicht in die Konkursmasse von GM fließen, und es muss, zeitlich befristet, nur deutschen Standorten zugute kommen. Bund und Länder bürgen nicht für Opels Marktanteil, sondern für die Erhaltung eines großen Arbeitgebers, der womöglich dann auch ohne GM eine Zukunft hat.

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