Opel : Unterwegs ohne Ziel

Opel steht im Stau – und niemand weiß, wie es vorangehen soll. Die Demos am Donnerstag und die verbalen Interventionen der Bundesregierung haben nur simuliert, dass sich etwas bewegt.

Henrik Mortsiefer

Tatsächlich rätseln Mitarbeiter, Betriebsräte und Politik, was der angeschlagene GM-Konzern in den USA tun und lassen will mit seiner deutschen Tochter. Davon hängt ab, welches Szenario Wirklichkeit wird: eine Staatsbeteiligung, die Ablösung von GM, das Überleben – oder der Zusammenbruch. Opel ist für 80 Prozent des Europageschäfts von GM zuständig, das 2008 einen Verlust von knapp 2,3 Milliarden Euro angehäuft hat. Das relativiert Jubelmeldungen vom Erfolg des neuen „Insignia“ oder des „Corsa“, der sich wegen der Abwrackprämie gut verkauft. Die neuen Geschäftszahlen werfen vor allem neue Fragen auf: Was ist Opel GM wirklich wert? Sind die Deutschen das kreative Hirn des US-Autobauers? Oder doch ein Milliardengrab? An diesem Freitag soll dem Opel-Aufsichtsrat ein „Zukunftskonzept“ für das Unternehmen präsentiert werden. Zu hoffen ist, dass GM endlich klare Worte findet. Damit das öffentliche Palaver über Opel ein Ende hat – und Entscheidungen getroffen werden können. mot

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben