Opposition in Italien : Aus, vorbei, vergangen

Paul Kreiner[Rom]

Diese Selbstdemontage grenzt an vorsätzliche Zerstörung der Demokratie. In einem „normalen“ Land könnten die Linken es sich vielleicht eine Zeit lang leisten, in kindischen Streitigkeiten aufzugehen. In Italien aber regiert Silvio Berlusconi. Wie er mit der Demokratie umgeht, müsste in 15 Jahren hinreichend deutlich geworden sein. Bei Italiens Linken jedoch ist diese Erkenntnis nicht angekommen. Natürlich, es gab alten „Anti-Berlusconismus“, die politisch allzu korrekte Gesprächsverweigerung mit Schaum vor dem Mund. Sie hat die Polarisierung nur verstärkt und nichts gebracht. Walter Veltronis Konzept aber war intelligenter. Er wollte Berlusconi politisch stellen. Veltroni hatte es durch seinen bewussten Alleingang vor der Wahl 2008 bereits geschafft, das italienische Parlament vom Wust der Klein- und Einmannparteien zu erlösen; er musste auf keine Verbündeten Rücksicht nehmen, er konnte Berlusconi mit voller Schlagkraft entgegentreten. Doch nach der Wahl ging ihm der Elan verloren. Veltroni wich der offenen Feldschlacht aus, besetzte keine Themen. Gegen Berlusconis Parforceritte im Parlament gelang es ihm nicht einmal, die Medien zu mobilisieren. Das alles ist nur noch eins: traurig.

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