Optimismus : Die Welt wird besser werden

02.01.2012 00:00 Uhrvon
Der Menschheit geht es so gut wie nie zuvor. Der enorme Fortschritt in Wissenschaft, Gesellschaft und Technologie macht Hoffnung für die Zukunft. Foto: AFP
Der Menschheit geht es so gut wie nie zuvor. Der enorme Fortschritt in Wissenschaft, Gesellschaft und Technologie macht Hoffnung für die Zukunft. - Foto: AFP

Kampf um Rohstoffe, Atomkrieg und Klimakatastrophe - an Untergangsszenarien besteht wahrlich kein Mangel. Die ewige Schwarzmalerei verstellt den Blick auf das Offensichtliche: Der Menschheit geht es so gut wie nie zuvor.

Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte Panik. Die hochzivilisierten Nationen waren in akuter Gefahr, genetisch zu degenerieren. Das jedenfalls prophezeiten Experten: Man müsse sofort etwas tun, die Wende einleiten, um den biologischen Niedergang zu verhüten. Das Ergebnis dieses Eingriffs war die Eugenik, eine furchtbare Wissenschaft mit den besten Absichten. Auf die Angst vor dem kollektiven Verblöden folgten im letzten Jahrhundert noch etliche weitere Untergangsszenarien. Da war die explosionsartige Vermehrung der Weltbevölkerung, der das baldige Verhungern folgen würde, der Atomtod, die bevorstehende Eiszeit, Krebs infolge Umweltverschmutzung, das Waldsterben durch sauren Regen, das Versiegen der Rohstoffe, die Rückkehr der Seuchender Totalausfall der Computer beim Übergang zum neuen Jahrtausend und nicht zuletzt die Klimakatastrophe.

Anfang 2012 können wir feststellen, dass die Menschheit noch da ist – und schlauer denn je, wofür der in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegene Intelligenzquotient spricht. Keine Spur von Degeneration. Wir Menschen sind auf mehr als sieben Milliarden angewachsen, Lebenserwartung und Wohlstand nehmen allen widrigen Vorhersagen zum Trotz in großen Teilen der Welt zu. Die Bedrohung durch Krieg und Gewalt dagegen geht seit Jahrzehnten zurück. Rassismus, Chauvinismus und andere menschenverachtende Ideologien werden zurückgedrängt, die nordkoreanische Diktatoren-Dynastie ist eine bestaunte Ausnahme. Selbst die Monsterseuche Aids hat ihren Höhepunkt überschritten.

Wenn Sie jetzt erzürnt ausrufen „Das kann nicht sein!“, dann sind Sie vielleicht das Opfer einer verzerrten Wahrnehmung. Denn das Brennglas unserer Wahrnehmung ist auf schlechte Nachrichten gerichtet, auf Konflikte, Kriege und Kriminalität. Daran sind nicht nur die Medien schuld, die eine Vorliebe für schlechte Neuigkeiten haben. Wir sind instinktiv auf schlechte Nachrichten geeicht. Mehr als heute war in früheren Zeiten das Wissen über Gefahren existenziell wichtig, entschied vielleicht über Leben und Tod.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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