Meinung : Ostkompetenzteam

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Es klingt ja wie eine Anmaßung, das Wort vom Ostgipfel der Freien Demokraten. Eine SiebenProzent-Partei ist es, die so etwas behauptet. Aber vergessen wird: Viele ihrer Altvorderen, zum Beispiel Hans-Dietrich Genscher und Wolfgang Mischnick, kommen und kamen aus Ostdeutschland. Die Freidemokraten haben deshalb, gewissermaßen traditionell, ein Herz für diese Region; und auch ihre Forderungen im Hinblick auf die Förderung der neuen Bundesländer waren immer auch ost-speziell. Man nehme nur das Niedrigsteuergebiet, propagiert anfänglich von Genscher und Otto Graf Lambsdorff (der übrigens in Brandenburg auf die Ritterakademie ging). Heute plädiert die ostdeutsche Parteivize Cornelia Pieper für Sonderwirtschaftsgebiete. Gestern nun haben FDP-Chef Guido Westerwelle und Genscher, der Hallenser, die Erinnerung an mitfühlende Ostkompetenz wieder belebt – bestimmt nicht zum Schaden der Partei. Denn gerade jetzt sind die Chancen nicht schlecht, in Ostdeutschland zu punkten, besonders nach Edmund Stoibers Ausfällen. Und wie der Bayer für eine Koalition im Bund vorbauen und die CSU zur zweitstärksten Kraft machen will (mit dann, logischerweise, zweithöchsten Ansprüchen), so gilt das umgekehrt für die FDP. Beide Konkurrenten versuchen es regional, jeder, wo er kann. Die Freidemokraten haben durchaus Möglichkeiten zum Aufbau Ost: Auf kommunaler Ebene ist die Partei vergleichsweise stark vertreten, mit 190 Bürgermeistern. Die FDP darf nur nicht anmaßend sein und mit ebenso vielen Mandaten rechnen. cas

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