Oystein Maeland: : „Für mich unmöglich, weiterzumachen“

18.08.2012 00:00 Uhrvon
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Kurz vor dem Doppelanschlag von Anders Breivik kam er ins Amt. Nun tritt Norwegens Polizeichef Oystein Maeland zurück. Ein Porträt

Er ist das Bauernopfer von Utøya. Polizeichef Oystein Maeland tritt aufgrund mangelnden Vertrauens bei Ministerpräsident Jens Stoltenberg und Justizministerin Grete Faremo zurück. Der 52-Jährige zieht damit die Konsequenzen aus dem jüngst veröffentlichten Untersuchungsbericht zu dem Attentat.

Der hatte der norwegischen Polizei Totalversagen beim verheerenden Doppelanschlag von Anders Breivik bescheinigt. Es gebe nicht einen oder zwei große Fehler, die norwegischen Sicherheitskräfte einschließlich Geheimdienst und verantwortliches Ministerium begangen hätten. Auf der ganzen Linie, „bei allem“, hätten sie darin versagt, ihre Pflicht zu tun, heißt es in der niederschmetternden Zusammenfassung.

Dass ausgerechnet Maeland, der vor seiner Berufung zum Polizeichef als Psychiater mit sozialdemokratischem Parteibuch beschäftigt war, gehen muss, war dennoch überraschend.

Maeland hatte in Gefängnissen und zuletzt im Drogenentwöhnungszentrum des Osloer Krankenhauses gearbeitet. Den Posten des Landespolizeichefs hat er vor gut einem Jahr angetreten, nur wenige Tage vor den Attentaten vom 22. Juli 2011. Bei den Anschlägen reihten sich dann scheinbar die Fehlentscheidungen aneinander. Aber wirklich sicher über die persönliche Verantwortung Maelands ist man sich in Norwegen nicht. Der Untersuchungsbericht nimmt zwar rücksichtslos alle Fehlleistungen der Polizei auf. Schuldige oder auch nur einzelne Entscheidungsabläufe nennt das in zwölf Monaten harter Arbeit erstellte Papier jedoch in der kleinen veröffentlichten Zusammenfassung nicht. Alles andere ist vertraulich und nur der sozialdemokratischen Regierung Stoltenberg zugänglich. „Anscheinend will der Ministerpräsident von sich selbst ablenken“, kritisierten Medien den Rausschmiss Maelands.

Das Urteil gegen Breivik soll am Freitag kommender Woche verkündet werden. Ihm drohen eine lange Haftstrafe oder eine Einweisung in die Psychiatrie – je nachdem, ob ihn das Gericht für schuldfähig befindet oder nicht. Breivik hat zwar die Anschläge gestanden, plädiert aber auf nicht schuldig. Er gab an, aus „Notwehr“ getötet zu haben, um Norwegen vor einer vermeintlichen Islamisierung zu schützen. Mit einem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel hatte er acht Menschen getötet. Anschließend erschoss er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utøya 69 Menschen. André Anwar

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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