Meinung : Paffen für Deutschland

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Wie schwer Politik wirklich ist, zeigt sich bei der Tabaksteuer. Schafft man sie ab, kriegt der Staat kein Geld, und die Raucher sterben wie die Fliegen. Erhöht man sie auf eine Million Euro pro Schachtel, raucht niemand mehr, die Raucher überleben, aber der Staat hat immer noch kein Geld. Folglich liegt die richtige Tabaksteuer irgendwo in der Mitte – aber wo? Höher als jetzt, meint Ministerin Schmidt und geht bei ihrer Suche nach dem goldenen Steuersatz einen neuen Weg. Denn das zusätzlich eingenommene Geld fließt in die Finanzierung des Mutterschutzes. Ein hehres Ziel – wer will da knausern? Also, Raucher, qualmt, was das Zeug hält. Ihr regt dadurch nicht nur die Gebärfreude und damit die Verjüngung der Bevölkerung an, sondern entlastet die Rentenkassen außerdem durch euren unweigerlich eintretenden früheren Tod. Paffen für Deutschland – das ist als Konzept so genial, dass Nichtraucher die soziale Isolation fürchten müssen und alsbald zur Nichtrauchersteuer veranlagt werden. Passivrauchen gilt natürlich ebenfalls als steuerpflichtiger Tatbestand, während das Spendieren („Willste ’ne Fluppe?“) politisch erwünscht ist und bei der Steuererklärung zu Abzügen führt. Es könnte freilich sein, dass dieses Verhalten zum Aussterben Deutschlands führt. Aber dann brauchen wir ja auch keine Steuern mehr.

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