Pakistan : In der Verantwortung

Und jetzt rasieren sich die Taliban die Bärte ab. Nein, nicht der Modernität wegen, sondern um – als Kämpfer, die sie waren – in der Million Flüchtlinge im Norden Pakistans unerkannt zu bleiben. So ist die Kriegsführung unserer Zeit: extremistisch.

Stephan-Andreas Casdorff

Nun geht es gegenwärtig darum, die Not der Menschen zu lindern; es wird aber noch viel mehr darum gehen, solche Situationen gar nicht erst zuzulassen. Das bedeutet, dass der Einsatz ausgeweitet werden muss, grenzüberschreitend. Afghanistan und Pakistan sind nicht voneinander zu trennen, wenn es um die Sicherheitslage der Region geht. Sie muss verbessert werden mithilfe der Kräfte, die in Afghanistan schon sind, zivile und militärische. Schon gar in Pakistan, diesem Staat am Rande der Destabilisierung – einem mit Atomwaffen! Die Taliban nicht zu bekämpfen hieße, dass das Mittelalter die Zukunft beherrscht. Wer kann das verantworten? Diese Frage ist eine für den nahenden Wahlkampf. Und: Was soll, was muss Deutschland in der Region leisten? Die Höhe des Einsatzes muss klar sein, und zwar nicht nur finanziell. Antworten darauf ist uns jeder schuldig, der regieren will. cas

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