Palästinensische Einigung : Endlich pragmatisch

Überraschend haben sich die rivalisierenden Palästinenserfraktionen Fatah und Hamas nun darauf geeinigt, dass Präsident Mahmud Abbas die neue Einheitsregierung leiten wird. Damit wird dem Versöhnungsabkommen, das vor acht Monaten in Kairo unterzeichnet wurde, endlich Leben eingehaucht. Denn an der personellen Besetzung war jeder Fortschritt seither gescheitert, und kaum jemand hatte noch geglaubt, dass die Teilung je überwunden würde. Wie überall in der Region hat der reiche Golfstaat Katar seine Finger im Spiel. Denn der Emir von Katar hat Gewicht, weil Geld: Er wird der Fatah Hilfe in Aussicht gestellt haben, wenn sie nicht an ihrem Kandidaten Salam Fayyad festhält, den die Hamas kategorisch ablehnt. Und die palästinensische Behörde ist pleite, weil arabische Staaten seit Monaten keine Gelder mehr schicken. Hamas-Chef Khaled Meschaal wiederum ist dem Emir verbunden, weil dieser das Politbüro der islamistischen Partei nach dessen Flucht aus Damaskus zunächst in Doha aufnahm. Da der pragmatische Meschaal sich nicht wieder zur Wahl stellen will, könnten bald radikalere Kräfte in der Hamas das Sagen haben. Daher war dies womöglich eine Einigung in letzter Minute. Wenn sie denn umgesetzt wird. an

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