Palästinensische Sexaffäre : Gute Geschichte

Eine wilde Sex- und Korruptionsaffäre hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas unter Druck gesetzt, weil der Chef seines Stabes darin verwickelt ist. Medien und Internet bringen dabei ein Wahrheitsmonopol ins Wanken.

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In Diktaturen herrscht lähmende Angst. Deshalb ist die Zunahme von Dissens und Amoralität oft ein wichtiger Faktor auf dem Weg in eine Zivilgesellschaft. Nur ein freies Volk kann sich Affären leisten. In diesem Sinne sagte der zionistische Schriftsteller Ze’ev Jabotinsky im Jahr 1920: „Wir werden erst eine Nation sein, wenn es jüdische Polizisten und jüdische Prostituierte gibt.“ Eine ähnliche Logik gilt heute für die Palästinenser. Sie werden erst dann als Nation erwachsen sein, wenn sie innere Konflikte aushalten und zivil lösen. Nun hat eine wilde Sex- und Korruptionsaffäre deren Präsidenten, Mahmud Abbas, unter Druck gesetzt, weil der Chef seines Stabes darin verwickelt ist. Dabei sind die Details der Geschichte weniger interessant als ihre Genese. Erst weigerten sich die arabischen Fernsehsender, das belastende Material auszustrahlen, dann wandte sich der palästinensische Informant, beim Geheimdienst für Korruption zuständig, an die israelischen Medien. Auf diesem Umweg erreichte der Skandal schließlich den halben Orient. Das Video ist längst auch auf Youtube zu sehen. Das Beispiel zeigt: Im Kampf gegen autoritäre Regime sind Medien und Internet wichtiger denn je. Sie bringen jenes Wahrheitsmonopol ins Wanken, ohne das sich repressive Systeme nicht lange halten können.

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