Papst in Österreich : Mission Europa

Der Papst besucht Österreich. Keine politische Reise? Ganz im Gegenteil.

Stephan-Andreas Casdorff

Keine politische Reise? Das sagt Benedikt – aber natürlich ist seine Reise nach Österreich politisch. Erstens, weil der Papst nur schon seinen Namen im Hinblick darauf gewählt hat, dass gerade in Europa der Glauben wieder gestärkt werden muss; das ist seine Mission. Und das dann nicht zuletzt im Herzen Europas, in Österreich, wie ja auch der Wiener Kardinal Schönborn zur Begrüßung erklärt hat. Vom Vatikan aus gesehen: Dieses Land darf dem Katholizismus nicht verloren gehen. Um die Katholiken in der säkularen Welt zu bestärken und die Gemeinschaft zu festigen, will der Papst ja auch nach Mariazell pilgern. Da folgt er programmatisch seinem Namen. Zum Zweiten war der Auftakt sogar hochpolitisch. Benedikt hat als Erstes der ermordeten Juden während der NS-Zeit gedacht, vor Tausenden. Er trifft sich außerdem nur mit dem jüdischenVertreter zum gemeinsamen Gedenken. Wenn das kein Fingerzeig ist, ein ermahnender. So ist er gedacht, so wird er verstanden, dafür muss niemand „Vatikanologe“ sein. Dass seine erste Ansprache buchstäblich ins Wasser gefallen ist, macht nichts. Benedikts Besuch ist schon so beredt. cas

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