Papst und Kurie : Gut beraten

Franziskus, der Mann, der die Welt veränderte. Also der historische. Franziskus, der Mann, der die katholische Kurie verändern will – das kann historisch werden. Dieser Papst, auch schon 77, hat den Veränderungswillen eines Jüngeren, eines Idealisten überdies. Er meint, was er sagt, und er scheint wirklich danach handeln zu wollen. Der „Kronrat“, das Gremium aus acht Kardinälen von allen Kontinenten, ist jedenfalls ein ernsthaftes Zeichen: dass Franziskus starke Berater sucht und dass er dem Prinzip der Kollegialität wieder Achtung verschaffen will. Denn unter den Ausgewählten sind gleich mehrere, die selbst hätten der Erwählte werden können, weil sie als „papabile“ galten. Die Weltkirche der weltumspannenden Kirche kommt zu ihrem Recht, mit kritischen Geistern. Der Deutsche Reinhard Marx, im Sozialen und in Organisationsfragen bewandert, darf sich ausgezeichnet fühlen. Sein kritischer Wortbeitrag gegen die Kurie vor der Papst-Wahl hat ein Übriges dazugetan. Natürlich beeilt sich der Vatikan nun zu sagen, dass die Kurie weiter die Aufgaben der Kirchenleitung wahrnehme. Aber Leitung ist Tagesgeschäft; Inspiration reicht darüber hinaus. Deshalb der Zuschnitt des Rats. Mag er keine Entscheidungsbefugnis haben – der Papst hat sie. Und der ist mit seinem Reformwillen der Erste unter Seinesgleichen. cas

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