Meinung : PDS: Halb der Zukunft zugewandt

m.m.

Sie scheint wieder da zu sein, die PDS: Die Vorsitzende Gabi Zimmer hat zwar auf ihrer Ost-Tour nicht annähernd die Aufmerksamkeit bekommen, die Kanzler Schröder im vergangenen Jahr in Neufünfland zuteil wurde. Aber die Genossen werden wieder gehört, je näher die Wahltermine rücken. In Sachsen-Anhalt streben die Strategen von SPD und PDS nach der Landtagswahl 2002 eine Koalition an, in Berlin schielt Gregor Gysi auf das Ende der Großen Koalition, in Thüringen und Sachsen neigt sich die Ära der CDU-Regenten Bernhard Vogel und Kurt Biedenkopf dem Ende zu. Warum sollte das nicht auch den Boden bereiten für eine engere Zusammenarbeit von SPD und PDS im Bund, die PDS-Fraktionschef Roland Claus anbietet? Der Wille zumindest bei den Spitzenpolitikern der PDS ist da - und die SPD-Führung registriert jede Bewegung im anderen Lager aufmerksam. Das heißt noch lange nicht, dass die Sozialdemokraten sich selbst auf die PDS zubewegen. Und es bedeutet auch nicht, dass sich die PDS-Führung der Rückendeckung ihrer eigenen Leute sicher sein kann. Gut möglich, dass die SPD die PDS links liegen lässt. Oder dass die PDS-Basis ob des Schmusekurses rebellisch wird. Jetzt ist Führung gefragt: Das schwachbrüstige PDS-Spitzenduo Zimmer / Claus fordert von den SPD einen "zukunftsfähigen" Dialog - und muss doch selbst erst beweisen, dass es die Voraussetzungen für Zukunftsfähigkeit der PDS in den eigenen Reihen durchsetzen kann.

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