Peter Feldmann: : „Ich will, dass Frankfurt die Solarhauptstadt Deutschlands wird"

Die SPD will, dass ihr Kommunalpolitiker Peter Feldmann das nächste Frankfurter Stadtoberhaupt wird. Und er holt immer weiter auf. Ein Porträt.

von
Foto: dapd
Foto: dapdFoto: dapd

Stehender Applaus im überfüllten Saal der Frankfurter Stadtwerke, als der aus Berlin angereiste Parteichef Sigmar Gabriel den sozialdemokratischen Bürgermeisterkandidaten Peter Feldmann, 52, zum kommenden Frankfurter Stadtoberhaupt ausrief: Feldmann habe das Zeug, „den Kerl“ als Oberbürgermeister zu verhindern. Mit dem „Kerl“ meinte er den CDU-Kandidaten, Hessens Innenminister Boris Rhein, 40, der vor dem ersten Wahlgang am Sonntag als Favorit gilt.

Bereits im Juni geht Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, CDU, freiwillig in Pension, nach siebzehn Jahren. CDU-Parteifreunde sprechen von ihr als der „Königin“, Zeichen von Anerkennung und Respekt vor der ebenso charmanten wie resoluten Frau, die weit über die Parteigrenzen hinaus Ansehen genießt. Mit der Ankündigung ihres vorzeitigen Rückzugs hatte Roth die politische Konkurrenz zunächst in Verlegenheit gebracht. Die Grünen, selbstbewusster Koalitionspartner der CDU im Frankfurter Römer, nominierten mit Rosemarie Heil, 55, schließlich eine weithin unbekannte Politikerin. Die SPD kürte in einer Urabstimmung den Kommunalpolitiker Peter Feldmann, einen Parteilinken, der den Kampf gegen Kinderarmut und für bezahlbaren Wohnraum auf seine Fahnen schrieb. Mit seinen Themen konnte der offenbar punkten, der Vorsprung des CDU-Favoriten sinkt laut Umfragen.

Der frühere Frankfurter Ordnungsdezernent und amtierende Innenminister Rhein lässt Porträtfotos plakatieren, als „Frankfurter Bub“, weichgezeichnet in SchwarzWeiß, mit Kindern und Mitbürgern. Er will das Image des Rechtsauslegers ablegen, das er sich einst als Innenpolitiker im Landtag erworben hatte. Zu schaffen macht ihm vor allem das Thema Fluglärm. Während Rhein im Wahlkampf für ein striktes Nachtflugverbot eintritt, streitet die Landesregierung, der er angehört, vor dem Bundesverwaltungsgericht für 17 Ausnahmegenehmigungen. Da hat es Feldmann leichter: Für die SPD war ein ausnahmsloses Nachtflugverbot stets Bedingung für den Flughafenausbau.

Die Grünen stehen möglicherweise vor einer Zerreißprobe, denn bei einem Erfolg des Sozialdemokraten Feldmann geriete die schwarz-grüne Römerkoalition in schweres Fahrwasser. Eine Wahlempfehlung für den strammen Konservativen Rhein dürfte allerdings viele grüne Parteimitglieder und Wähler verstören. Christoph Schmidt Lunau

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben