Pflegenotstand : Allein in der Klinik

Falls der Ex-Gesundheitsminister Horst Seehofer demnächst im Behandlungszimmer auf der Pritsche liegt, kommt womöglich ein Araber oder Asiate herein, um den Verband zu wechseln. Hoffentlich. Vielleicht muss er sogar selbst Hand anlegen, weil niemand sonst da ist. Fast eine Million Ärzte, Schwestern und Pfleger fehlen hierzulande im Jahr 2030 – wenn die Gesundheitspolitik nicht umsteuert und wir nicht Personal aus dem Ausland bekommen. Das Gesundheitswesen ist ein Monster geworden, entstellt durch die Arbeit der Lobbygruppen, kaum noch beherrschbar, enorm gefräßig und dabei unproduktiv und angsteinflößend zugleich. Im Krankenhaus möchte man weder liegen noch arbeiten. Bei ihren Lenkungsversuchen konzentriert sich die Politik auf die Finanzen, immer wieder ist an den Beiträgen und Eigenbeteiligungen geschraubt worden. Nur langsam werden Effizienzpotenziale genutzt, etwa durch weniger Bürokratie und den Einsatz von Informationstechnik. Das wird nicht reichen. Um den Pflegeberuf attraktiver zu machen, muss Geld her. Von allen Bevölkerungsgruppen. Die Idee der Bürgerversicherung ist noch nicht tot. alf

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