Meinung : Pflichtbesuch Vergangenheit

„Schulen besuchen KZ-Gedenkstätten immer seltener“ vom 12.Februar

Dank an Herrn Dr. Günter Morsch für die klare Einschätzung der Konsequenzen aus dem Rückgang der Besuche

Berliner Schulen in der Gedenkstätte Sachsenhausen.

Meine Erfahrungen im Berliner Schuldienst zeigen, dass nicht ein vermeintliches Konkurrenzverhältnis (wir haben Täterorte, authentische Orte des Leidens und mit dem beeindruckenden Denkmal für die ermordeten Juden Europas eine interessante Interpretation der Schoah und eine gelungene Ausstellung) den Besucherrückgang zu verantworten hat, sondern Einstellungen wie „Es darf kein Unterricht ausfallen“ und „Lehrpläne müssen Priorität haben.“

Sicherlich kann man einen Besuch einer Gedenkstätte nicht zu einem Pflichtbesuch werden lassen, aber jeder pädagogisch verantwortlich Tätige sollte es sich zur Pflicht machen, seine Schüler zu einem Besuch eines ehemaligen Konzentrationslager zu motivieren.

Denn hier fällt eben kein Unterricht aus, hier haben wir es mit aufbereiteten Lernorten zu tun. Hier erarbeiten sich Schüler, neben einem Input, was Verletzung der Menschenrechte, Verlust der Würde und Vernichtung von Menschenleben konkret bedeutet.

Lothar Schnepp, Religionspädagoge, Holocaust-Communication-Tolerance, Touro College, Teltow

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