Pisa-Studie : Alte Schule

Um Pisa ist eine Deutungsschlacht entbrannt. Die deutschen Schüler stagnieren, meint die OECD. Nein, sie haben sich verbessert, sagen die Kultusminister.

Anja Kühne

Hinter dem Konflikt stehen auf beiden Seiten große weltanschauliche Gebäude. Die OECD will Deutschland mit Nachdruck darauf hinweisen, dass sich Leistungen im dreigliedrigen Schulsystem nur schwer entwickeln lassen. Die überwiegend konservativen Kultusminister hingegen wollen zeigen, dass Schüler in einem mehrgliedrigen System am besten gefördert werden können. Dieser Streit darf bei den Akteuren in Deutschland jedoch nicht zur Ersatzhandlung werden, während sich auf den vielen Großbaustellen nichts tut. Unstrittig ist doch, dass individuelle Förderung jedem Schüler hilft. Und hier ist noch unendlich viel zu tun – gerade im Kleinen: Wo sind eigentlich die nach Pisa 2000 geforderten Sommercamps geblieben, in denen Migranten ein besseres Deutsch und neue soziale Fähigkeiten erwerben können, wie einzelne Projekte eindrucksvoll bewiesen haben? Auch an den Schulen muss es mehr Förderangebote geben – natürlich auch an Gymnasien und gerne auch ganztags. All das kostet viel Geld und Mühe. Anstatt zu streiten, sollte Deutschland endlich anpacken.

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